Nach dem Brandanschlag auf eine Synagoge in Wuppertal sitzt der Tatverdächtige jetzt in Untersuchungshaft.

“Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat. Von Unrechtsbewusstsein oder Scham fehlt jede Spur. Dieses Vorgehen bezeugt die fortschreitende Normalisierung des Judenhasses, auf die unsere Gesellschaft bisher keine Antwort gefunden hat.”
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden

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Auch aus der Lokalpolitik kamen Reaktionen zum Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge. Die Wuppertaler Oberbürgermeisterin Miriam Scherff bezieht klar Stellung gegen Gewalt und Antisemitismus: “Es ist sehr schäbig, dass so etwas passiert, und ich verurteile es aufs Schärfste,” heißt es in einer Pressemitteilung.

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“Man kann nicht völlig überrascht sein, weil wir eine Menge von antisemitischen Taten haben in ganz Deutschland. Aber dass es hier in Wuppertal passiert und wieder passiert, das macht mich sprachlos. Und auch wirklich wütend und fassungslos.”
Helge Lindh, SPD-Bundestagsabgeordneter

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Die Interessenvertretung Wuppertaler Moscheen hat den Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge in einem Brief an die Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal scharf verurteilt und der jüdischen Gemeinde ihre Solidarität ausgesprochen. Die muslimischen Gemeinden betonen darin, dass nichts einen Angriff auf ein Gotteshaus rechtfertigen könne.

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“Wir, die Wuppertaler Moscheen und ihre Mitglieder, verurteilen diesen Anschlag aufs Schärfste. Unsere Solidarität und unser Mitgefühl gelten Dir und der gesamten jüdischen Gemeinschaft in unserer Stadt.”
Samir Bouaissa, Vorsitzender des Landesverbands NRW des Zentralrats der Muslime Deutschland

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Die jüdischen Gemeinden aus anderen Teilen NRWs, wie dem Ruhrgebiet, bleiben nicht unberührt von der Attacke in Wuppertal. Doch die Sorge ist nicht allzu groß - viele Gemeinden kennen Vorfälle wie diesen selbst.

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“Solche kleineren antisemitischen Attacken gehören für uns Juden in Deutschland zum Alltag. Das beunruhigt uns nicht.”
Bochumer Gemeinde Vorstand Grigory Rabinovic.

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“Der Fall Wuppertal betrifft uns alle, nicht nur die jüdische Community. Wollen wir damit leben, dass offen zur Schau getragener Antisemitismus ohne Scham alltäglich ist?”
Rabbiner David Geballe, jüdische Gemeinde Duisburg Mülheim Oberhausen

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Auch die katholische Stadtkirche Wuppertal reagierte bestürzt auf den Brandanschlag und sprach der jüdischen Gemeinde ihre Solidarität aus.

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Einen ähnlichen Anschlag mit selbstgebauten Brandsätzen auf die Synagoge hatte es schon vor zwölf Jahren gegeben. Auch damals waren die Schäden gering. Die Täter, drei junge Palästinenser, wurden unter anderem wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu Haftstrafen verurteilt.

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“Bei mir melden sich natürlich die Bilder von damals. Ich war ja immerhin, als der Zweite Weltkrieg aus war, 13 Jahre alt. Also ich wusste schon, was Sache war.”
Ruth Yael Tutzinger, Ehrenvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal

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Im Gespräch mit dem WDR kämpft Ruth Yael Tutzinger mit den Tränen. Sie berichtet von einem immer größer werdenden Hass auf Juden. Es gäbe viele Anfeindungen von Menschen, die überhaupt keine Juden kennen würden.

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“Es gibt Holocaust-Überlebende, die Morddrohungen bekommen. Ich frage mich: Welche Irren sind da unterwegs? Das ist schon erschreckend. Mich nimmt das alles sehr mit.”
Ruth Yael Tutzinger, Ehrenvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal

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Die Synagoge wird praktisch rund um die Uhr von Polizeibeamten bewacht, möglicherweise konnte deshalb der Verdächtige schnell ausgemacht werden. Er befindet sich weiterhin in Gewahrsam.