• HaiZhung@feddit.org
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    6 days ago

    Find ich auch gut, im Prinzip. Allerdings muss man den Gedanken auch weiterdenken, finde ich.

    Die Mächtigen, die heute ihren Willen durch Lobbyismus (oder straight up corruption) durchsetzen, werden ja nicht einfach die Hände zusammenfalten bei nem Losverfahren. Sie werden weiter versuchen, Ihren Willen durchzusetzen.

    Das würde für die gewählten Bürger enormen Druck bedeuten - teils von der Presse (die den Reichen gehört), die eventuelle Gegner in aller Öffentlichkeit diffamieren wird. Teils von bestehenden Lobbygruppen, die alles daran setzen werden, die Entscheidungsträger zu beeinflussen.

    Der Grund wieso das bei existierenden Bürgerräten kein Problem ist, ist, dass sie einfach nicht so viel Macht haben.

    Ich sage nicht, dass das Problem unlösbar wäre (zb. hohes Gehalt und hohe korruptionsstrafen könnten wirken), aber ich fände es mal interessant, die 2nd order effects zu beleuchten.

    • derAbsender@piefed.social
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      5 days ago

      Dies. Das eigentliche Problem in der Demokratie liegt in der wie auch immer gearteten Manipulation des Repräsentanten. Da ist der Entscheidungsmodus wie dieser Repräsentant gefunden wird fast egal.

      Man muss also Manipulation selbst angehen oder so einplanen dass es kein Problem ist.

      Ich weiß nicht in wie weit die Reps mit Geld zu schütten hilft. Bezweifle ich sogar.

      Die Idee des Lobbyismus muss komplett neu gedacht werden, da das “Expertenwissen” faktisch eher der Demokratie abträglich ist, wie es derzeit organisiert ist.

      Man könnte evtl Lobbyisten nur aus Rentnern rekrutieren, die dann nicht mehr auf ihre alte Firma/Holding Struktur verweisen dürfen.

      • HaiZhung@feddit.org
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        5 days ago

        FWIW, hab noch ein bisschen recherchiert, es gibt Hinweise darauf dass Bürgerräte, da, wo sie tatsächlich Macht haben, tatsächlich (gegen Lobbies) besser funktionieren als klassische Demokratie.

        Das liegt hauptsächlich daran, dass die Bürgerräte nicht wiedergewählt werden müssen. Der wichtigste Hebel für Lobbyisten (Mittel für Wahlkampf) wirkt dadurch nicht, und sie können nur noch mit Drohung arbeiten.

        Das scheint in der Praxis ganz gut zu funktionieren:

        • Macron berief einen Klimabürgerrat ein, der dann weitreichende Maßnahmen erlassen hat (Werbeverbote, SUV Abgaben, Inlandsflugverbot) - trotz hartem gegenwind
        • in Texas (of all places) hat ein Bürgerrat effektiv dafür gesorgt, dass sie massiv in erneuerbare investiert haben und nun ist Texas (trotz Öl Lobby) führender US Bundesstaat in Windenergie.
  • ladicius@lemmy.world
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    6 days ago

    Bin ernsthaft dafür. Nach meinem Eindruck sind die meisten Menschen im brauchbaren Rahmen vernünftig und entscheiden sehr sachdienlich und altruistisch, wenn sie ordentlich gefragt und eingebunden werden.

    Und genau das schaffen die etablierten Parteien kaum noch bis gar nicht (und die Nazis überhaupt nicht, die simulieren Volksnähe ja nur).